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Notfallmanagement in der Arztpraxis. Bereit für den Ernstfall?

Es besteht stets das Risiko eines unvorhergesehenen Notfalls, bei dem eine effektive Vorgehensweise über Leben und Tod entscheiden kann. Hier finden Sie Informationen zur optimalen Vorbereitung Ihrer Arztpraxis auf solche Situationen. Dabei beleuchten wir die Bedeutung der frühzeitigen und zuverlässigen Erkennung lebensbedrohlicher Zustände durch Praxismitarbeiter*innen sowie die Art von Notfällen, auf die sich eine Arztpraxis vorbereiten sollte. Des Weiteren informieren wir Sie über die Wichtigkeit einer geplanten Ablaufstruktur für ein effektives Notfallmanagement und stellen Ihnen anhand einer Checkliste Anregungen zur Verfügung, um einen individuellen Notfallplan für Ihre Praxis zu erstellen. Neben 8 praktischen Schritt-für-Schritt-Tipps für den Umgang mit einem medizinischen Notfall in der Arztpraxis erhalten Sie alle relevanten Informationen zum Inhalt des Notfallkoffers – was beachtet werden muss und welche Utensilien darin enthalten sein sollten, uvm.

Inhaltsverzeichnis zum Beitrag: Notfallmanagement in der Arztpraxis. Bereit für den Ernstfall?


Lebensbedrohliche Zustände frühzeitig und zuverlässig erkennen

Ein effektives Notfallmanagement ist von entscheidender Bedeutung, um in der Arztpraxis angemessen auf lebensbedrohliche Zustände reagieren zu können. Dabei spielt die Fähigkeit, solche Zustände richtig zu erkennen, eine zentrale Rolle. Es geht darum, frühzeitig Warnsignale zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Die Bandbreite möglicher lebensbedrohlicher Zustände ist vielfältig – von akuten Herz-Kreislauf-Problemen wie einem Herzinfarkt oder einem plötzlichen Kreislaufkollaps bis hin zu Atemnot oder neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall. Ein geschultes Auge sowie ein fundiertes medizinisches Wissen sind erforderlich, um diese Situationen schnell und präzise einschätzen zu können.

Es gilt, auf bestimmte Anzeichen und Symptome besonders achtsam zu sein. Dazu gehören beispielsweise starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder plötzliche Bewusstlosigkeit bei drohendem Kreislaufstillstand. Akute Luftnot oder Sprach- und Sehstörungen können Hinweise auf ernste gesundheitliche Probleme geben.

Die rechtzeitige Erkennung dieser Warnsignale erfordert eine gute Beobachtungsgabe sowie das richtige Verständnis der zugrunde liegenden Pathologien. Praxismitarbeiter sollten regelmäßig an Schulungen teilnehmen, um ihre Kenntnisse über lebensbedrohliche Zustände zu vertiefen und ihre Fähigkeiten in der Notfallbewältigung weiterzuentwickeln.
Ein effektives Notfallmanagement beginnt mit einer klaren Kommunikation im Team, um die richtigen Maßnahmen schnellstmöglich einzuleiten. Dabei ist es wichtig, dass jeder Mitarbeiter seine Rolle kennt und weiß, wie er im Ernstfall handeln muss. So kann eine gezielte Versorgung des Patienten gewährleistet werden.

Insgesamt ist die Fähigkeit, lebensbedrohliche Zustände richtig zu erkennen, von entscheidender Bedeutung für das Notfallmanagement in der Arztpraxis. Durch regelmäßige Schulungen und ein gut koordiniertes Team können Praxismitarbeiter dazu beitragen, mögliche Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.


Auf welche Notfälle muss sich eine Arztpraxis vorbereiten?

Wenn lebenswichtige Funktionen versagen und das Leben entsprechend stark beeinträchtigt ist, spricht man von einem medizinischen Notfall. Die Gründe hierfür sind vielfältig, wie z.B. ein Atem-Kreislauf-Stillstand, eine Vergiftung, eine Schädelverletzung, Unterzuckerung oder ein Schlaganfall.

Um das Bewusstsein des Patienten zu überprüfen, sollten medizinische Fachkräfte aufmerksam sein und verschiedene Reize anwenden, wie lautes Sprechen, sanftes Schütteln der Schultern, Berühren des Unterkiefers oder leichtes Klatschen auf die Wange. Wenn das Gehirn noch funktioniert, reagiert es auf solche Reize und zeigt räumliches und zeitliches Verständnis. Wenn keine Reaktion erfolgt, ist der Zustand der Bewusstlosigkeit erreicht.
In diesem Zustand sind wichtige Schutzreflexe wie Husten oder Schlucken ausgeschaltet, was zu Gefahren führen kann, wie das Eindringen von Flüssigkeiten in die Atemwege oder das Blockieren der oberen Atemwege durch die Zunge. Daher ist es von höchster Wichtigkeit, die Atmung des Patienten zu überprüfen, indem man auf das Heben und Senken des Oberkörpers achtet, Atemgeräusche lauscht und den Mundraum auf Fremdkörper kontrolliert. Um den Kreislauf zu überwachen, wird der Puls am Unterarm, seitlichen Hals oder an der Schläfe abgetastet. Wenn der Patient bewusstlos ist, aber Atmung und Kreislauf vorhanden sind, wird er in die stabile Seitenlage gebracht und behutsam zugedeckt.


Ein geplanter Ablauf ist unerlässlich für ein effektives Notfallmanagement!

In einer Arztpraxis können Notfälle jederzeit eintreten. Ob es sich um einen Patienten handelt, der plötzlich mit akuten Schmerzen kollabiert oder eine lebensbedrohliche Situation aufgrund eines Herzinfarkts entsteht – ein gut durchdachtes und effektives Notfallmanagement ist von entscheidender Bedeutung, um schnell und professionell reagieren zu können.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Handeln in einem medizinischen Notfall liegt dabei vor allem in der Vorbereitung. Ein geplanter Ablauf ermöglicht es dem gesamten Praxisteam, bei außergewöhnlichen Ereignissen ruhig und besonnen zu agieren. Durch regelmäßige Schulungen werden die Mitarbeiter darauf trainiert, ihre spezifischen Aufgaben genau zu kennen und adäquat ausführen zu können. Zunächst muss jedoch ein detaillierter Plan erstellt werden: Welche Maßnahmen sind bei welchen medizinischen Notsituationen erforderlich? Wer übernimmt welche Rolle im Team? Wie erfolgt die Kommunikation mit externen Rettungsdiensten?

Des Weiteren sollten alle möglichen Risikofaktoren identifiziert werden: Gibt es bestimmte Krankheitsbilder oder Behandlungsverfahren in unserer Praxis, die besonders gefährdet sein könnten? Wie z.B. die Ergometrie. Sind Ressourcen wie beispielsweise Medikamente oder Gerätetechnik immer ausreichend vorhanden?

Um den Ernstfall optimal bewältigen zu können, sollte das Personal zudem regelmäßig geschult sowie Fortbildungen angeboten bekommen, um stets auf dem neuesten Stand der medizinischen Notfallversorgung zu sein.

Ein geplanter Ablauf im Notfall ist somit unerlässlich für das erfolgreiche Management in einer Arztpraxis. Nur durch eine gut organisierte Vorbereitung und kontinuierliche Schulungen kann ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden – zum Wohle des Patienten und zur Sicherheit aller Beteiligten.

Notfallplan für die Arztpraxis erstellen – Checkliste

In einer gut organisierten Arztpraxis ist es von größter Bedeutung, einen detaillierten Notfallplan zu erstellen. Dieser Plan sollte als Leitfaden dienen und alle relevanten Fragen und Faktoren des Notfallmanagements abdecken. Es ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter seine vorab klar definierten Aufgaben kennt und beherrscht, um im Ernstfall schnell handeln zu können.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Notfallplans ist eine zentral abgelegte Checkliste. Diese Checkliste sollte gut lesbar sein und klare Anweisungen enthalten, wie im Notfall gehandelt wird.

Hier finden Sie wichtige Punkte, die in der Checkliste enthalten sein sollten:

  • Die Notrufnummer
    Jeder Mitarbeiter sollte die richtige Nummer kennen, unter der im Notfall Hilfe angefordert werden kann.
  • Wer meldet den Notfall?
    Es muss festgelegt werden, wer dafür verantwortlich ist, den Notruf abzusetzen. Und gleichzeitig sollte die genaue Praxisbezeichnung aufgeführt werden, damit auch z.B. Aushilfen adäquat melden können.
  • Wo befindet sich der Notfallort?
    Die genaue Adresse der Arztpraxis muss angegeben werden, damit Rettungsdienste schnell am Einsatzort eintreffen können.
  • Praxis-Telefonnummer
    Zusätzlich zur Adresse sollte auch die Telefonnummer der Praxis bereitgestellt werden.
  • Kann eine Diagnose bzw. ein Verdacht mitgeteilt werden?
    Eine vorläufige Diagnose oder Verdacht auf die Art des medizinischen Problems kann den Rettungsdiensten helfen, sich auf den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten.
  • Welche Art von Rettung wird möglicherweise benötigt?
    Je nach Schwere des Vorfalls kann es erforderlich sein, einen entsprechenden Krankenwagen oder andere spezialisierte medizinische Hilfe anzufordern.

8 praktische Tipps für den Notfall in der Arztpraxis – Schritt für Schritt

Im Alltag einer Arztpraxis kann es immer wieder zu unvorhergesehenen Situationen kommen, in denen schnelles Handeln und eine professionelle Herangehensweise entscheidend sind. Ein effektives Notfallmanagement ist von großer Bedeutung, um potentiell lebensbedrohliche Situationen zu bewältigen und die bestmögliche Versorgung für den Patienten sicherzustellen.

1

Ruhe bewahren
In stressigen Situationen ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten. Eine ruhige und besonnene Vorgehensweise ermöglicht eine bessere Kommunikation sowie eine effiziente Koordination des Teams.

2

Sofortige Alarmierung
Bei einem medizinischen Notfall sollte sofort der Rettungsdienst verständigt werden. Die genaue Angabe des Standorts und die Beschreibung der Symptome sind hierbei essenziell.

3

Teamarbeit fördern
Jeder Mitarbeiter sollte seine spezifischen Aufgaben kennen und regelmäßig in entsprechenden Schulungen darauf vorbereitet sein. Hierbei sollte ein klarer Ablauf, je nach Anzahl der Mitarbeiter festgelegt werden, optimaler Weise agieren drei Praxismitarbeiter parallel – ein Mitarbeiter setzt den Notruf 112 ab, ein weiterer informiert einen Arzt/Ärztin der Praxis, ein Mitarbeiter leistet umgehend erste Hilfe.

4

Ruhige Aptmosphäre schaffen
Der Mitarbeiter, der den Notruf abgesetzt hat oder der, der den Arzt / Ärztin informiert hat, sorgt dafür, dass die Umgebung abgesichert wird, indem es die anderen Patienten und Patientinnen darum bittet, die Räumlichkeit zu verlassen. Ggf. anwesende Angehörige sollten nach Möglichkeit mit einbezogen werden, um beispielsweise die vom Notfall betroffene Person zu beruhigen – einfaches Händehalten kann sich positiv auswirken.

5

Prioritäten setzen
Eine rasche Einschätzung des Zustands des Patienten hilft dabei, die Dringlichkeit seiner Behandlung festzulegen. Dabei sollte man sich auf vitale Funktionen wie Atmung, Belüftung und Herz-Kreislauf-System konzentrieren.

6

Einsatz eines Defibrillators
Das Vorhandensein und die korrekte Handhabung eines Defibrillators kann im Falle eines Herzstillstands lebensrettend sein. Regelmäßige Schulungen zum Einsatz dieser Geräte sind daher empfehlenswert.

7

Dokumentation der Maßnahme und Bereitstellung der Patientenakte
In Notfallsituationen ist die bestmögliche Information des Rettungsdienstes von besonders wichtiger Bedeutung, um die Rettung zu beschleunigen. Alle relevanten Informationen der Patientenakte wie Medikamenteneinnahme, Allergien oder Vorerkrankungen des Patienten sollten umgehend vorbereitet und dem Rettungsteam zur Verfügung gestellt werden. Dies ermöglicht eine effektive Weiterbehandlung und verhindert potentielle Komplikationen.

8

Rettungsdienst in Empfang nehmen und einweisen
Eine vorab definierte Person, die sich vor Ort befindet, ergreift die Initiative, um den Rettungsdienst zu leiten. Sie trifft die Rettungskräfte möglicherweise bereits am Praxiseingang und führt sie zum Einsatzort.

Ein gut organisiertes Notfallmanagement trägt maßgeblich zur Sicherheit der Patienten bei und stärkt das Vertrauen in die medizinische Versorgung der Arztpraxis. Durch klare Kommunikation, ein eingespieltes Team sowie regelmäßige Schulungen wird das Risiko von Fehlerquellen minimiert und ein reibungsloser Ablauf im Ernstfall gewährleistet.

Patientenbeurteilung nach dem ABCDE-Schema der Standard-Lebensrettung

  • Airway – Normale Atmung vorhanden, freie und sichere Atemwege? Kontrolle und Sicherung der luftleitenden Abschnitte (Atemwege) des Respirationstraktes.
  • Breathing – Atmung ausreichend? Kontrolle und Sicherung einer ausreichenden Sauerstoffversorgung der gasaustauschenden Abschnitte (Alveolen) des Respirationstraktes
  • Circulation – Kreislauf ausreichend? Kontrolle und Sicherung einer ausreichenden Organ- und Gewebedurchblutung
  • Disabiliy – Neurologischer Status? Kontrolle und Einschätzung der neurologischen Funktionen
  • Exposure – begleitende Verletzungen/Erkrankungen? Suche nach begleitenden Verletzungen, Erhalt der Körperwärme und Schmerzbekämpfung, Schutz vor Umwelteinflüssen assistierte Beatmung durchführen

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Der Notfallkoffer – was gilt es zu beachten?

Der Notfallkoffer ist ein wichtiger Bestandteil des Notfallmanagements. Bei der Zusammenstellung eines Notfallkoffers für medizinische Einrichtungen ist es von größter Bedeutung, die spezifischen Anforderungen der jeweiligen medizinischen Fachrichtung und die typischen Notfallsituationen in der Praxis zu berücksichtigen. Jedes Teammitglied sollte den genauen Standort des Koffers kennen und darauf achten, dass er immer schnell erreichbar ist. Um eine regelmäßige Kontrolle des Inhalts auf Vollständigkeit sowie das Überwachen der Verfallsdaten der enthaltenen Artikel sicherzustellen, können bestimmte Mitarbeiter mit diesen Aufgaben betraut werden. Es empfiehlt sich außerdem, diese Termine im Praxiskalender festzuhalten.

Es gibt keine universellen Richtlinien für die Zusammenstellung eines Notfallkoffers; jedoch gibt es Empfehlungen verschiedener medizinischer Organisationen wie dem Hausärzteverband oder der Kassenärztlichen Vereinigung. In der Regel sollte ein solcher Koffer die notwendigen Materialien zur Basisdiagnostik und -versorgung beinhalten.

Ein gut ausgestatteter Notfallkoffer ermöglicht schnelles Handeln in kritischen Situationen und kann Leben retten. Daher sollten bei seiner Zusammenstellung Fachwissen und praktische Erfahrung eine maßgebliche Rolle spielen. Es ist ratsam, regelmäßig zu überprüfen, ob der Notfallkoffer den aktuellen Anforderungen entspricht und gegebenenfalls entsprechende Aktualisierungen vornehmen. Nur so kann gewährleistet werden, dass das medizinische Team im Ernstfall effektiv handeln kann, um eine bestmögliche Patientenversorgung zu leisten. Die Sorgfalt bei der Zusammenstellung des Notfallkoffers ist ein wichtiger Aspekt in der medizinischen Praxis, um auf unvorhergesehene Situationen angemessen reagieren zu können.


Was gehört in den Notfallkoffer einer Arztpraxis?

Der Notfallkoffer ist ein unverzichtbares Instrument in jeder Arztpraxis, um akute medizinische Situationen effektiv und sicher behandeln zu können. Bei der Anschaffung eines Notfallkoffers liefert die DIN 13232 klare Aussagen zum Inhalt von Notfallkoffern und -taschen. Diese Standards gewährleisten eine adäquate Ausstattung für unterschiedliche medizinische Notsituationen und sind mit Modulen für Erwachsene und Kinder erhältlich. Zu den grundlegenden Bestandteilen eines Notfallkoffers gehören unter anderem Verbandmaterialien wie sterile Kompressen, Mullbinden und Pflaster sowie Desinfektionsmittel zur Wundreinigung. Sowie Erste-Hilfe-Produkte wie Absaugkatheter, Beatmungsmasken, Atemschutzmasken u.v.m. Des Weiteren dürfen wichtige diagnostische Werkzeuge nicht fehlen wie: Blutdruckmessgerät, Fieberthermometer und Stethoskop. Ein Pulsoximeter zur Messung des Sauerstoffgehalts im Blut bietet zudem eine sinnvolle Ergänzung. Ein voll ausgestatteter Notfallkoffer nach DIN 13232 gewährleistet somit die effiziente Versorgung von medizinischen Notsituationen in einer Arztpraxis. Durch die Berücksichtigung der gängigen Standards und die Vertrautheit mit dem Inhalt kann das Praxisteam schnell, sicher und professionell reagieren – zum Wohl der Patienten.

EuroSafe Notfallausrüstung nach DIN 13232 für Notfallkoffer & -taschen

Notfallkoffer selbst zusammenstellen oder fertig bestückt

Alternativ kann der Notfallkoffer oder auch eine Notfalltasche individuell zusammengestellt werden – hier finden Sie entsprechende Module gemäß DIN 13232 zur Notfallausrüstung – Basismodul und Erweiterung um Kinder und/oder Erwachsene.

Hier finden Sie eine Auswahl an Notfallkoffer & -taschen sowie Notfallfüllungen. Die Notfallkoffer stehen in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung – vom Basiskoffer über Facharztkoffer bis zum DIN-Notfallkoffer.


Reanimation – Herz-Lungen-Wiederbelebung: Die entscheidende Rolle der Herzdruckmassage

Die Durchführung einer effektiven Reanimation ist von größter Bedeutung, um das Leben eines Menschen zu retten. Insbesondere die korrekte Ausführung der Herzdruckmassage spielt dabei eine zentrale Rolle. Eine solche Maßnahme wird angewendet, wenn keine Atmung mehr stattfindet und kein Puls fühlbar ist – ein deutlicher Hinweis auf einen möglichen Herz-Kreislauf-Stillstand.

Um die Effizienz der Wiederbelebungsmaßnahmen sicherzustellen, muss ein schnelles Tempo von etwa 100 bis 120 Stößen pro Minute eingehalten werden. Es sollte jedoch beachtet werden, dass diese Druckbewegungen nicht kontinuierlich erfolgen sollten; sie müssen durch Atemspenden ergänzt werden.

Das optimale Verhältnis zwischen den beiden wichtigen Komponenten beträgt in diesem Fall 30:2 – nach jeweils 30 Drücken auf den Brustkorb folgen zwei Atemspenden. Diese Kombination aus Maßnahmen wird als Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) bezeichnet und hat sich als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Ein weiterer Aspekt bei der HLW besteht darin, Hygienestandards strikt einzuhalten. Daher empfiehlt es sich dringend Beatmungstücher zur Anwendung zu bringen.

Es kann herausfordernd sein festzustellen, ob man im richtigen Takt oder mit dem erforderlichen Druck agiert während man eine Person reanimiert mittels Herzdrukmassage . Hierbei können bestimmte Lieder, wie beispielsweise „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees oder „Highway to Hell“ von AC/DC, „Yellow Submarine“ von den Beatles oder „Dancing Queen“ von ABBA als Orientierung dienen. Diese Melodien weisen einen Rhythmus auf, der etwa 100 Schlägen pro Minute entspricht und helfen dabei das Tempo sowie den korrekten Rhythmus bei einer Herzdruckmassage umzusetzen.

Die Durchführung einer effektiven Reanimation ist für eine erfolgreiche Wiederbelebung unerlässlich. Die Herzdruckmassage spielt hierbei eine essenzielle Rolle und sollte unter Berücksichtigung des richtigen Tempos, Drucks und im optimalen Verhältnis zur Beatmung ausgeführt werden. 


Der Automatische Externe Defibrillator (AED) als Baustein im Notfallmanagement der Arztpraxis

In Situationen, in denen jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet, kann ein Defibrillator als ergänzendes Instrument zur Herzdruckmassage eingesetzt werden. Obwohl der Defibrillator die Herzdruckmassage nicht ersetzen kann, steigert er die Überlebenschancen bei Patienten mit bestimmten Arten von Herzrhythmusproblemen.

Während der Anwendung des Defibrillators sollte die Herzdruckmassage nur für die Dauer der Herzrhythmusanalyse und der Abgabe des elektrischen Schocks unterbrochen werden. In diesen Momenten ist es wichtig, keinen Kontakt mit der bewusstlosen Person zu haben. Die Auslösung des Schocks erfolgt entweder manuell durch Drücken eines Knopfes oder automatisch. Sprachanweisungen vom Gerät leiten den Helfer an, wann welche Schritte zu unternehmen sind.

Die Herzdruckmassage, und falls bekannt auch die Beatmung, sollten nach der Verwendung des Defibrillators fortgesetzt werden, bis entweder professionelle Rettungskräfte eintreffen oder der Betroffene wieder bei Bewusstsein ist und selbstständig atmet.

Lesen Sie hier unseren Beitrag zu AEDs (Automatisierter Externer Defibrillator) für Arztpraxen.


Es ist von großer Bedeutung, dass jede Arztpraxis über ein Notfallmanagement verfügt, um im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können. Wir haben in diesem Beitrag die wichtigsten Punkte für ein solches Management zusammengefasst: Von der Schulung des Personals über die Erstellung eines Notfallplans bis hin zur regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen helfen können, Ihre Praxis auf den Ernstfall vorzubereiten.


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